#bloggerfuerfluechtlinge – Appell an die Politik

30 Aug

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Sie fliehen vor Krieg, Verfolgung und Terror, um ihr Leben und das ihrer Kinder zu retten. Aber um ihr Leben zu retten, müssen sie sich zunächst in höchste Lebensgefahr begeben. Auf der Flucht aus Afrika oder dem Nahen Osten sind schon viele Tausend Menschen auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer unter schrecklichsten Umständen ertrunken. Man kann sich kaum vorstellen, wie groß das Leid und die Angst sein muss, wenn sich Menschen trotzdem dieser unglaublichen Gefahr aussetzen und sich und ihre Familien in die Hände von verbrecherischen Schlepperbanden begeben.

Solange es aber keine legalen Einreisemöglichkeiten gibt, wird es jeden Tag noch entsetzlichere Horrormeldungen geben. Die Politik muss dringend handeln und schnellstmöglich eine gesamteuropäische Strategie in der Flüchtlingspolitik auf den Tisch legen. Denn eines ist klar: solange das Thema der sicheren Einwanderung nicht gelöst ist, werden jeden Tag mehr und mehr Menschen sterben.

Umso bedrückender ist es, dass die Menschen, die es lebend nach Europa schaffen, unter den schlimmsten Bedingungen und mit Hass empfangen werden. Mitten in Europa wehrt man sich gegen sie mit Grenzzäunen, Militär und  Waffen. Sie schlafen unter freiem Himmel und müssen weiterhin Hunger und Durst erleiden, weil europäische und deutsche Bürokratien mit hilfesuchenden Menschen überfordert sind. Die unbeschreiblichen Katastrophen, wie sie sich beispielsweise hier in Berlin – insbesondere vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) –  seit Wochen abspielen, hätte ich in Deutschland niemals für möglich gehalten. Dass die Lage dort nicht restlos eskaliert, ist einzig den Hunderten freiwilligen Helfern und vielen Spenden zu verdanken.

Schier unerträglich ist es, dass Nazis in Deutschland Flüchtlingsheime in Brand setzen und lautstark rechte Parolen unter dem Deckmantel „besorgter Bürger“ gegen asylsuchende Menschen skandieren. In Freital und Heidenau hat es in diesen Tagen besorgniserregende Ausmaße angenommen. Aktuell kapituliert die Landesregierung in Sachsen vor dem Mob, indem sie mal eben pauschal ein Versammlungsverbot erlässt, weil sie sich nicht mehr in der Lage sieht, Flüchtlinge vor Rechtsradikalen zu schützen. Dies ist ein schreiender Abgesang auf unsere Demokratie.

Glücklicherweise erleben wir aber auf der anderen Seite, wie sich viele Menschen in unserer Gesellschaft solidarisch zeigen und helfen. Wichtig ist es, sich besonders jetzt dem Hass und der Gewalt entgegenzustellen und die fehlenden wichtigen Entscheidungen auf politischer Ebene mit gesellschaftlichem Engagement aufzufangen. Und indem wir Geschichten und Bilder in die Öffentlichkeit tragen, können wir die Politik zum überfälligem Handeln bewegen.

Wir können schreiben, helfen und Solidarität zeigen. Europa muss aber nun so schnell wie möglich auf politischer Ebene handeln, denn es kann nicht sein, dass sich nicht einmal Quoten zur Aufnahme der Geflüchteten durchsetzen lassen. Mitgliedstaaten, die sich aus dieser Verpflichtung stehlen, haben in der Europäischen Union rein gar nichts verloren. Und das muss auch endlich so deutlich geäußert werden. Ein Europa ohne gemeinsame Werte ist kein gemeinsames Europa!

Deshalb schließe auch ich mich der Initiative „Blogger für Flüchtlinge – Menschen für Menschen“ an, die von  Karla Paul, Nico LummaStevan Paulund Paul Huizing ins Leben gerufen wurde. Hunderte Blogger haben bereits unter #bloggerfuerfluechtlinge Texte zum Thema veröffentlicht, ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt und zu Spenden oder Hilfe aufgerufen. Dass auf diese Weise bis jetzt schon über 40.000 Euro gespendet worden sind, ist absolut fantastisch. Mittlerweile gibt es sogar eine eigene Webseite des Projekts: blogger-fuer-fluechtlinge.de  – hier finden sich alle wichtigen Informationen.

Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen, ob mit Sach- und Geldspenden, Zeit oder Zivilcourage. Wer für diese Aktion über „Betterplace“ für Flüchtlingsprojekte spenden möchte, kann diese gleich hierüber tun: Jetzt spenden

Nur gemeinsam lässt sich Großes bewegen: Bloggt, spendet und helft!

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