#DonateforEbola

21 Okt

Donate

 

Menschen, die auf das Weltgeschehen starren.

Selten war dieser Ausspruch passender als im Augenblick. In der Welt geschieht Fürchterliches – und wir befinden uns in einer Art Schockstarre.

Ob IS-Terror, Ukraine-Krieg oder Ebola-Epidemie. Selbst deutsche Politikerinnen und Politiker äußern öffentlich, viel zu lange zugeschaut zu haben – in Syrien und auch in Westafrika.

In der Bekämpfung von Ebola fordern sie nun schnelle und wirksame Strategien. Man könnte meinen, dass in dieser Situation die Weltgemeinschaft zusammensteht. Allerdings tut dies momentan nicht einmal die EU. Eine gemeinsame Strategie gibt es noch nicht, obwohl  Ebola in Westafrika schon seit vielen Monaten voranschreitet. Man hat das Gefühl, dass viel diskutiert, aber wenig getan wird. Kein gutes Krisenmanagement  in Zeiten, in denen die Krisen uns beherrschen.

Und was tue ich? Ich schaue Katzenfotos an!

Aber auch ich erschrecke mich vor mir selbst ob meiner Tatenlosigkeit. Ist dies das Resultat der täglichen, grässlichen Horrormeldungen über Massenmorde, Exekutionen und Vergewaltigungen? Sind es unsere Selbstschutzmechanismen, die uns quasi emotionslos die Welt betrachten lassen, um selbst noch in unserer Welt leben zu können?

 Dieses unfassbare Leid der Menschen in Liberia, Guinea und Sierra Leone lässt auch mich erstarren. Bis jetzt habe ich noch keinen Euro für den Kampf gegen Ebola gespendet. Und der Gedanke daran, was aus unserer westlichen, demokratischen Welt werden würde, wenn sich auch hier eine Epidemie dieser Art ausbreitet, treibt mich in die geistige Flucht.

 Nun habe ich gerade in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung folgendes über Decontee Davis, einer 23 Jahre jungen Frau aus Liberia, gelesen: ” …ein paar Stunden lag sie im Gras vor einem der Ebola-Behandlungszentren, musste warten, bis ein Platz darin frei wurde. “Ich sträubte mich, da reinzugehen”, erzählte sie, “ich wusste: Da kommt fast niemand lebend wieder raus.” Ihr Freund kam ein paar Tage später selbst in den Raum nebenan […] in ihrem Fieber hörte sie, wie er sich unter Bauchkrämpfen wand und vor Schmerzen schrie, fünf Tage später hörte er auf zu schreien…”  ( SZ vom 20.10.2014, Tobias Zick, Die Seite Drei, Stadt der Angst)

 Mit einem mächtigen Kloß im Hals legte ich die Zeitung beiseite, und  versuchte so das Leid der Welt abzuschütteln. Im Digitalen hätte man sich als Übersprungshandlung vermutlich einfach Katzenfotos angesehen: “Oh schau mal wie süß!”

Kalte Spender-Herzen.

Trotz dieser riesigen humanitären Katastrophe hält sich die Spendenbereitschaft in Grenzen, dabei wäre das Geld so dringend nötig. Bis Anfang Oktober wurden bei der Caritas gerade einmal 11.000€ und bei der Diakonie Katastrophenhilfe 41.000€ gespendet. Aber liegt es tatsächlich daran, dass uns das Leid der Menschen in Westafrika kalt lässt? Daran möchte ich nicht glauben. Für mich persönlich kann ich die Frage mit einen klaren „NEIN“ beantworten. Aber ich scheine mich durch die Welt-Nachrichtenlage der letzten Monate  unter eine Glocke der Abschottung verzogen zu haben.

Man fühlt sich hilflos als einzelner Mensch in Anbetracht dieser Epidemie. Was bringt es denn, wenn ich 20€, 50€ oder 100€ spende? Milliarden sind nötig, um Patienten zu versorgen, Isolierstationen zu bauen, dringend benötigte Schutzkleidung oder Desinfektionsmittel zu kaufen. Von psychologischer Hilfe für die traumatisierten Menschen, die ihre Familie und Kinder verloren haben, ganz zu schweigen. Eine Spende von 20€ erscheint da eher als Affront, denn als eine gut gemeinte Hilfe.

Donation-based Crowdfunding.

Ich habe den Eindruck, so wie mir geht es momentan vielen anderen Menschen auch. Um nicht mehr länger hilflos der unbegreiflichen Ebola-Epidemie gegenüber zu stehen, möchte ich für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen spenden. Und da sich die einzelne Spende so unglaublich klein anfühlt, angesichts dieses Elends, möchte ich Euch dazu einladen, mit mir gemeinsam zu spenden.

Daher habe ich diese Online-Spendenaktion #DonateforEbola gestartet. Der  Zeitungsbericht über das Schicksal der jungen Decontee Davis – ein Schicksal von vielen Tausenden – hat mich aus meiner Starre herausgerissen. Manchmal muss das Unfassbare auf etwas menschlich Begreifbares herunter gebrochen werden, damit man wieder handlungsfähig wird. Eventuell kann mein Blogartikel  auch der Auslöser für das Überwinden der ein oder anderen Schockstarre sein.

Mit 20€ lassen sich zum Beispiel 1,5 Schutzanzüge finanzieren, mit meinem Spendenziel von 500€ wären es schon fast 40 Anzüge. Und besonders der Schutz für die vielen mutigen und freiwilligen Helferinnen und Helfer vor Ort ist so wichtig.

Ich würde mich freuen, wenn ihr meine Aktion mit Eurer Spende für Ärzte ohne Grenzen unterstützt. Die Hilfe wird auf diese Weise größer, vorstellbarer, konkreter und stärker!

Daher meine Bitte:  Lasst uns s@mmeln  

Die Spendenabgabe funktioniert ganz einfach per Lastschrift oder noch einfacher per Paypal!

Danke!

P.S. Es gibt natürlich auch viele andere Hilfsorganisationen, die in den Ebola-Gebieten im Einsatz sind oder wichtige logistische Aufgaben übernehmen. Hier ein paar Links zu den Spendenkonten:

Spendenkonten zusammengestellt von der ARD

Spendenkonten zusammengestellt vom ZDF

Aktionsbündnis „Deutschland hilft“ – Zusammenschluss von verschiedenen Hilfsorganisationen

 

Advertisements

Eine Antwort to “#DonateforEbola”

  1. chicalegre Oktober 21, 2014 um 8:20 pm #

    Ich gebe Dir absolut Recht, es ist Zeit, dass die Leute wieder aktiv werden in der Welt. Gemeinsam sind wir stark! weltherz.wordpress.com

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: