Mega oder Meta? – Ich nenn sie Heinz!

26 Jun

Metadaten

Eines der meist beachteten Themen auf den diesjährigen Buchtagen war sicherlich DAS Zukunfts-Thema “ Meta“-Datenbank. Nicht zu verwechseln mit „Mega“-Datenbank, wie MVB Geschäftsführer Ronald Schild überdeutlich anmerkte. Vermutlich schon einmal vorausschauend, damit die Erwartungen an diese auch nicht zu hoch sind. Dieser Meta-Datenbank zu Grunde liegt, unter anderem, das VLB – das Verzeichnis lieferbare Bücher – wobei das Wörtchen „lieferbar“ im Titel für reichlich Diskussionen sorgt. So zeichnet sich zum Beispiel das VLB eher damit aus, dass auch vergriffene Bücher als lieferbar angezeigt werden. Damit das VLB aber einer Mega – pardon – Meta-Datenbank würdig ist, müssen diese Fehler natürlich behoben werden. Zusätzlich sollen metamäßig noch weitere Informationen hinzugefügt werden. Und damit der Kunde, ach nein… der Buchhändler, diesen Unterschied auch gleich erkennt, wird das VLB dann auch umbenannt. Der neue Name ist VLUNLBUNBSAUD – Verzeichnis lieferbarer und nicht lieferbarer Bücher und nicht Bücher sowie analog und digital.

Aber ich glaube, da habe ich doch etwas falsch verstanden, der neue Name ist VLB Plus. Oder VLB Plus Plus, denn es könnte sein, dass es VLB Plus schon einmal gegeben hat. Und egal ob Plus oder Plus Plus, das Plus steht für zusätzliche Informationen, wie auch immer diese aussehen mögen. Das Plus kann ja alles bedeuten, da muss man sich ja nicht unbedingt vorher schon so genau festlegen. Es heißt ja auch schließlich nicht VLB „Plusquamperfekt.“

Ich merke schon, so richtig einfach ist das mit dem Namen nicht, also habe ich mir überlegt – ich nenn sie „Heinz“!

Und wie bei Kindern, die neugeboren werden und denen man einen hübschen Namen gegeben hat, fragt man sich, was aus ihnen wohl werden wird. Wird es groß oder klein, dick oder dünn, intelligent oder nicht so, erfolgreich oder erfolglos, wird es Banker oder geht es an die Börse, wird es viele Freunde haben und/oder wird es ein Nerd?

Vieles davon können Eltern beeinflussen oder versuchen es zumindest. Unbestritten allerdings ist, dass die Entwicklung viel Geld kostet. Und damit sind dann auch Ziele verbunden, zumeist emotionale, aber auch ganz monetäre, schließlich bezahlt der Banker oder Nerd in Zukunft hoffentlich mal die eigene Rente.

Wobei wir wieder bei Heinz sind. Ob Heinz viele Freunde haben wird und ob Heinz die Zukunft der Buchhändlerinnen und Buchhändler sichern wird? – Die Erwartungen sind hoch.

Heinz soll neben vielen Informationen auch Marktdaten, Verlagsdaten und Rezensionen bieten. Und vielleicht wird Heinz auch in einen schönen Shop eingebettet, in dem neben Lieferbarkeitsmeldungen auch die Verfügbarkeit in stationären Buchhandlungen angezeigt werden kann, soll oder wird. Ob es eine Verknüpfung gibt, ein nicht lieferbares Buch gleich antiquarisch zu bestellen, das weiß Heinz noch nicht. Ob dies wichtig ist, auch nicht. Heinz glaubt aber schon, denn der Kunde will ja das Buch und oder Inhalt.

Für mich wäre Heinz ein Projekt. Mit einem klaren Ziel. Ohne die Befürchtung, wenn das Geld nicht reicht, bleibt Heinz in der KITA stecken. Wenn man auf einer Crowdfunding Plattform ein Projekt einstellt, für das man 50.000€ benötigt, dann bekommt man als Startuper keinen einzigen Euro, wenn nur 40.000€ zusammenkommen. Klingt logisch, denn mit Minus 10.000€ wird man den Finanzierungsplan nicht einhalten können und das Projekt würde scheitern.

Wenn ich als Buchhändlerin oder Buchhändler eine Idee habe und es als Projekt an den Start bringe, dann habe ich vorher ermittelt, welchen Mehrwert ich dadurch haben werde. Zum Beispiel eine Umsatzsteigerung von X Prozent. Dann weiß ich genau, was ich bereit bin zu investieren oder wenn es zukunftsweisend ist, was ich investieren muss, um zu bestehen. Ein „Nice to have“ sollte es nicht mehr geben – höchstens abends in der Kneipe beim Bier.

Ein kühles Bier? – Nice to have! 🙂

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