Der Untergang des peerblog oder immer auf die Fresse

8 Feb

P.S.

Nun ist es wieder weg, das peerblog. Wo kommen wir denn hin, wenn analoge Menschen das Internet entern…und dann auch noch Berufspolitiker! Sind wir denn hier in Amerika?
Schade. Ich war sehr neugierig auf peerblog. Und ich hätte es durchaus als informative Bereicherung angesehen. Ob positiv oder negativ sei einfach mal dahin gestellt. Und im Zweifel hätte es mich nicht gestört. Die FAZ anscheinend schon, wie man in „Die Spur der Scheine“ leicht erkennen kann. Nun gut, die Konkurrenz ist hart.
Mutig finde ich Peer Steinbrück in dieser Hinsicht. Er probiert Neues aus und ich bin ihm sehr dankbar dafür. Und ich hatte die Hoffnung, einfach mal einen anderen Wahlkampf zu erleben, als in den letzten Jahren. Nicht immer befürchten zu müssen, dass ich bei Betrachtung der Wahlplakate an einer roten Ampel in den Sekundenschlaf falle oder die „Wahlwerbespots“ im TV meinen hübschen Fernseher zum implodieren bringen könnten. Nicht wieder versuchen zu müssen, die Telefonnummer der Kanzlerkandidaten herauszufinden, um 2 Wochen vor der Wahl schnell anrufen zu können „Hallo?, es ist Wahlkampf, vergessen? Macht Ihr diesmal nichts? Ach so…gut…dann nicht!“

Politikerinnen und Politikern wird permanent vorgeworfen, dass sie das Internet und soziale Netzwerke nicht wirklich nutzen. Und viel schlimmer noch, dass sie sich hier nicht auskennen und bis vor kurzem noch Twitter für eine Geschlechtskrankheit hielten. Aber ist es Ihnen eigentlich zu verdenken, dass sie lieber in Ihrem analogen, konservativen und beherrschbaren Umfeld bleiben? Und sich eben nicht trauen ins für sie unberechenbarere Netz einzutauchen, das schon von so vielen digital natives, Berufsbloggern, Piraten, Beratern und von noch mehr Ich- mache- erst- einmal- alles- Neue- nieder- Menschen belagert ist? Können Sie diesen Raum eigentlich betreten, ohne dass Ihnen sogleich Spott und Häme der Netzgemeinde entgegen peitscht? Sie auf jede Aktion postwendend eins in die Fresse bekommen? Peer twittert nicht selber, na und? Schreibt irgendeine Politikerin oder Politiker seine Reden selbst? Ich denke nicht! Obama twittert auch nicht selber. Oh, Vergleich mit Amerika, wie größenwahnsinnig von mir…geht gar nicht…zurückgezogen…puh! Tweets vom Regierungssprecher machen mich übrigens auch müde. Habe ich aber noch nicht dagegen gewettert. Ich habe da nämlich einen ganz einfachen Trick. Ich lese sie einfach nicht. Wow!

Es macht mich in der letzten Zeit ein wenig ratlos, wie schnell Aussagen, Meinungen und Auftreten abgewatscht und niedergeschrieben werden. Nicht meine Meinung, also weg damit! Der Rheinländer hat dafür sogar einen eigenen Paragraphen im Kölschen Grundgesetz – Artikel 6: Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.
Allerdings nimmt das nach dem zweiten Kölsch keiner mehr so ernst.

Aber eine gute Portion rheinische Gelassenheit täte uns mal ganz gut, glaube ich. Nicht jedes „Fettnäpfchen“ sofort ausschlachten, sondern einfach mal machen lassen. Dieser Prozess ist nämlich wichtig, damit auch einmal etwas wirklich Neues und Innovatives entstehen kann.
Die Performance von Peer Steinbrück scheint nicht unbedingt gelungen.Aber vielleicht ist sie uns auch einfach nur fremd. Und leider bekommt er auch keine Möglichkeit daran zu feilen. Und wie das peerblog sich entwickelt hätte bekommen wir jetzt, aufgrund der wirklich überragenden Meinungsfreiheit, auch nicht mehr mit. Und vielleicht sollten wir Herrn Steinbrück auch einfach mal mehr Respekt zollen, schließlich muss er diese ganze Netzstrategie alleine durchziehen. Ich denke, eigentlich war dieses Komplettpaket mit Roman Maria Koidl geplant, aber den musste er ja als „Fettnäpfchen Nummer 1“ schon im letzten Jahr abgeben.
Vermutlich hat Koidl in der ersten Vorbesprechung seinen Notizzettel in Steinbrücks Büro liegengelassen. Und den arbeitet Peer Steinbrück nun gerade alleine ab. Jetzt bin ich nur noch neugierig auf Chips, Nüsse und Käse! 🙂
Kölsche Grundgesetz Artikel 11: Bewahre dir eine gesunde Einstellung zum Humor. – Do laachste dech kapott.

Merken!
Wahlkampfstretegie P.S.:
Mehr Internetpräsenz!
Amerikanischer Wahlkampf
Obama
Mehr Internetpräsenz!
Twitter-Account für Peer einrichten; wichtig! Nicht nur Tweets senden, auch kommunizieren
Sprechen mit Wahlvolk, u.a. Wohnzimmer
Mehr Internetpräsenz!
Bloggen! Bloggen! Bloggen!

Einkaufen heute Abend
Wein für über 5€
Eierlikör
Chips, Nüsse, Käse

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