Schwarzer Kaffee

10 Jun

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Bahn fahren hat schon irgendwie etwas retro-mäßiges, unverbrauchtes und einfaches an sich. Die unendliche Leichtigkeit des Bahnfahrens. Alle Regeln, Werte, Annehmlichkeiten, Vorlieben und Geschmäcker haben auf den Schienen keine Bedeutung. Hauptsache „wer zugestiegen war“ hat eine Fahrkarte und im besten Fall auch einen Sitzplatz. Trotz besserem Wissen habe ich gerade beim freundlichen Snackbegleiter im ICE einen Kaffee gekauft. Du bestellst Kaffee und bekommst einen Pott frischgepressten schwarzen Kaffee aus einer riesigen Metropa Thermoskanne. Auf Knopfdruck. Du musst Dich gar nicht erst entscheiden, ob Cappuccino, Latte Macchiato, Karamell, Chai, Thai, Schoki, Espresso, zero oder nicht zero. Groß-mittel-klein. – Einfach nur Kaffee in einem DB Pappbecher – „to go“, quasi. Oder besser „to travelling“.
Als ich zwei Tütchen Zucker reingeschüttet habe, damit er irgendwie trinkbar wird, bekam zwar sicherlich das Mädel in Kleidergröße 0 mir gegenüber einen mentalen Brechreiz, aber sie gehört definitiv zur Latte Macchiato Generation mit Fahrtziel Düsseldorf. Würde sie den Kaffee trinken müssen (was sie freiwillig niemals tun würde), sie würde vermutlich einen ganzen Sack Zucker unterrühren. Obwohl …
Der Kaffee schmeckt mir trotzdem, weil er was von Ausnahmesituation hat, den ich nirgendwo anders bestellen oder gar trinken würde…ABER –  er hat mir als große Ausnahme keine Entscheidung abgerungen! Und das rechne ich ihm extrem hoch an!
Wenn doch alles im Leben immer so einfach wäre, wie schwarzer Kaffee…

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