Frankfurter Buchmesse

9 Okt
Frankfurter Buchmesse

Frankfurter Buchmesse

Nächste Woche ist es wieder soweit, die größte Buchmesse der Welt öffnet vom 12.-16.Oktober wieder Ihre Tore. Zunächst für Fachbesucher und am Wochenende für das literaturinteressierte Publikum. Viele hunderttausend Besucher und tausende Aussteller werden auch dieses Jahr wieder alle Rekorde brechen.

Es werden Geschäfte gemacht, Trends erspäht, Verträge geschlossen und Kontakte geknüpft, gepflegt oder vertieft. Fachbesucher hetzen von Termin zu Termin. Man kann vermuten, dass das ein oder andere Geschäft auf einer überhöhten Dosis Adrenalin basiert oder aber auch aus den vielen kleinen Begrüßungsdrinks an den Verlagsständen resultiert. Wie auch immer, das alles gehört genauso zur Buchmesse, wie der chronische Schlafmangel…und ist vielleicht auch genau das, was die Messe so einzigartig und glamourös macht.

Zwischen all den wichtigen Terminen wirken die Hauptdarsteller des Ganzen, ohne die selbst die größte Buchmesse nichts zu melden hätte, nämlich die Schriftstellerinnen und Schriftsteller, fast wie Statisten. Die meisten können unerkannt an Ihren Verlagsständen ausharren, denn bei soviel Spektakel fallen nur die großen Bestsellerautoren auf. Oder der immer häufiger in Erscheinung tretende C Promi, der zufällig passend zur Buchmesse seine Biographie hat schreiben lassen, und so wieder ein wenig Blitzlichtgewitter, Aufmerksamkeit und garantierte Einnahmen erhaschen kann. Wie mag sich da der passionierte Autor und Künstler fühlen, der nach vielen brotlosen Jahren endlich einen Verlag gefunden hat, der sein Buch nicht nur verlegt, sondern auch noch gut bezahlt?

Auf der Messe geht es, passend zum Finanzstandort Frankfurt, um sehr viel Geld. Im Feuilleton Spezial der F.A.S. geht es heute auch um Geld, allerdings um etwas weniger. Unter der Überschrift „Geld & Wir – Wovon sich keiner zu sprechen traut, darüber wird hier geschrieben: 24 Seiten über die Notierungen der Literatur, den Kurswert des Schreibens, den Saldo geistiger Arbeit“
beschreiben 29 Schriftstellerinnen und Schriftsteller Ihre Erfahrung mit dem Geld oder vielleicht sollte man besser sagen, Ihr Durchhaltevermögen ohne Geld. Manchem möchte man gerne zurufen „Danke, dass Ihr durchgehalten habt, die Jahre ohne festes Einkommen und Heizung haben sich gelohnt“

Sibylle Berg schreibt unter dem Titel „Dafür will die Geld?“ zum Beispiel „Für jeden Arbeitnehmer ist es selbstverständlich, Geld zu erhalten, ein Autor soll bitte schön umsonst arbeiten“
Oder „Ich träume davon Wissenschaftlerin zu sein. Unangetastet von Meinungen anderer. Keiner käme in meinem Labor vorbei und würde eine Meinung zu meiner Forschung über die Membran im Bereich des Axon- oder Dendritenendköpfchens äußern…“
Eva Menasse hörte gerade erst letzte Woche nach einer Lesung diesen Satz: „Bestehen Sie auf Ihr Honorar, oder finden wir eine andere Lösung?“
Und der Verleger Michael Krüger beklagt, dass das Haltbarkeitsdatum von den meisten Büchern schon unmittelbar nach Erscheinen abgelaufen ist.
Aber wie wurde Sibylle Berg so schön gefragt? „Warum schreibst Du denn nicht mal einen Bestseller?“

An dieser Stelle einfach mal ein großes Dankeschön, an alle Autorinnen und Autoren, die uns durch Ihre Leidenschaft zum Schreiben ein große literarische Vielfalt bieten, auch oder gerade fern ab vom Mainstream.

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