Auftrag in der Halbzeitpause

19 Jun

Heute habe ich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung einen sehr interessanten Artikel von Stefan Niggemeier gelesen. \“Auftrag in der Halbzeitpause\“über das öffentlich- rechtliche Fernsehen und den Erwerb der TV-Rechte des ZDF an der Champions- League Übertragung ab 2012. Da dies ein Thema ist, das ich persönlich auch sehr spannend finde, wollte ich den Artikel zum Anlass nehmen und weiterführend, bzw. ergänzend dazu auf meinem Blog einen Beitrag posten.
Um auf den Text korrekt verweisen zu können, und nicht in die Plagiatsnähe von Silvana Koch-Mehrin oder Herrn Guttenberg zu geraten, suchte ich mir zu allererst den Online Teaser auf FAZ.net heraus. Und das brachte mich sehr schnell auf ein anderes, mindestens genauso spannendes Thema. Und da es wissenschaftlich bewiesen ist, dass der Mensch im Internetzeitalter unkonzentrierter und ablenkbarer wird, bin ich beim neuen Thema auch gleich hängengeblieben.
Nämlich Geschäftsmodelle zu Print- und Online Ausgaben von Zeitungsverlagen und damit Konzepte und Ideen zur Vermarktung von Informationen im analogen und digitalen Medium. Der Artikel „Auftrag in der Halbzeitpause“ von Stefan Niggemeier ist für Nicht-Abonnenten der F.A.S. abrufbar für 2,00€ und ist 24 Std. nutzbar. Alle Achtung. Das sind 62,5% vom Gesamtpreis der F.A.S. (3,20€). 982 Wörter von Herrn Niggemeier kosten also fast so viel wie die komplette Printausgabe, und das Ganze ohne Zusatz Widgets. Respekt, Herr Niggemeier;-)
Ist das die atemberaubende Zukunft der Zeitungen, wie sie sich die Verleger vorstellen? Oder anders, reicht die Vorstellungskraft der Verleger nicht weiter, als die 1:1 Übertragung von Print in digital für eine festgelegte Pauschale, deren Verhältnismäßigkeit sehr zweifelhaft ist?
Meiner Meinung nach ist der Vorteil von Online Informationen doch gerade der, dass ich mich als User nicht unbedingt für eine Zeitung entscheiden möchte, die ich abonnieren will. Es wäre doch großartig, ich könnte mir aus verschiedenen Angeboten die Artikel zusammenstellen, die mir lesenswert erscheinen. Oder die meiner gerade aktuellen Zeitsouveränität entsprechen. Ein paar Artikel aus der F.A.Z., aus der Süddeutschen oder der regionalen Tageszeitung ohne dafür dann utopische Summen ausgeben zu müssen. Ein einheitliches Bezahlsystem wäre hierfür dann die Grundvoraussetzung.
Wer jetzt prophezeit, dass diese Form der Auswahlmöglichkeit von Artikeln einer oder verschiedener Zeitungen die Verbreitung von Mainstream Informationen fördert und gut recherchierte Randthemen, wie wir sie z.B. von Seite Drei kennen, in der Versenkung verschwinden, da nur noch nach Abrufraten Informationen produziert werden, könnte tatsächlich Recht haben. Dies ist allerdings die große Herausforderung der Verleger, das zu verhindern und Nischeninformationen weiterhin anzubieten.
Damit bin ich also auch prompt wieder beim ursprünglichen Thema angekommen, bei den öffentlich- rechtlichen Programmen. Gebührenfinanziert könnte hier ein absolut quotenunabhängiges Programm gestaltet werden, das dem vielschichtigen Interesse der GEZ Zahler entspricht. Stattdessen wird dies nicht genutzt, sondern in Selbstvergessenheit Sendeplätze für 5 Talk Shows gesucht, ohne sich überhaupt die entscheidende Sinnfrage zu stellen, ob der Mensch und Gebührenzahler überhaupt 5 Talk Shows benötigt, ja eigentlich eher, ob er diese verkraftet. Wenn der politische und wirtschaftlich unabhängige Informationsauftrag der öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten zum Selbstzweck verkommt, dann erhalten wir auch hier nur noch ein ideenloses und langweiliges Allerweltsprogramm, dessen einziger Zweck darin besteht, das Gehalt von Herrn Jauch & Co zu finanzieren.
Bei Auftrag Jauch! (Notfalls auch ohne Auftrag…;-))

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